Anleitung
Impedanz messen mit REW – die ZMA-Datei für deine Frequenzweiche
Eine Frequenzweiche arbeitet nicht gegen 8 Ω, sondern gegen die echte Impedanz des Chassis: Resonanzspitze im Bass, Anstieg durch die Schwingspuleninduktivität im Hochton. Mit REW, einem Audio-Interface und einem Widerstand misst du diese Kurve selbst und speicherst sie als ZMA-Datei.
Was du brauchst
- REW (Room EQ Wizard)
- Audio-Interface mit zwei Eingängen
- Messwiderstand (z. B. 100 Ω)
- Multimeter
Schritt für Schritt
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Messaufbau mit Messwiderstand
Ein nicht-induktiver Messwiderstand (Sense-Widerstand) kommt in Reihe zum Chassis. REW empfiehlt am Kopfhörerausgang 100 Ω; miss seinen genauen Wert mit einem Multimeter. Ein Eingang des Interfaces misst die Spannung vor dem Widerstand, der andere die Spannung am Chassis – welcher Eingang wohin gehört, zeigt das Schaltbild in der REW-Hilfe.
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Eingänge abgleichen und schützen
Beide Eingänge brauchen dieselbe Verstärkung: Mit dem Signalgenerator bei 1 kHz die Pegel auf 1 dB genau angleichen, ohne Übersteuerung. Treibst du mit einer Endstufe, schützt ein Spannungsteiler (etwa 20 dB) mit Zenerdioden die Eingänge. Am Chassis reichen 100–200 mV.
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Kalibrieren
In den Impedanz-Einstellungen nacheinander „Open circuit cal“ (Messleitungen offen), „Short circuit cal“ (Messleitungen kurzgeschlossen) und „Reference cal“ (bekannter Widerstand angeschlossen) ausführen. Nach einem Wechsel der Leitungen oder der Abtastrate wiederholen.
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Impedanz messen
Im Messfenster „Impedance“ wählen, den exakten Wert des Messwiderstands eintragen, Start- und Endfrequenz setzen (z. B. 10 Hz bis 20 kHz), Pegel höchstens −3 dBFS, Länge mindestens 256k, dann „Start“. Miss das Chassis im fertigen Gehäuse – Resonanz und Bassreflex-Abstimmung verändern die Kurve.
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Als Text exportieren
„File → Export → Export measurement as text“ schreibt eine Textdatei mit Frequenz, Impedanz und Phase. Prüfe in den Kopfzeilen, dass die zweite Spalte Ohm ist, und benenne die Datei z. B. in tieftoener.zma um – Crover erkennt sie aber auch als .txt an den Werten.
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In Crover laden
Die Datei auf das Chassis im Schaltplan ziehen oder beim Chassis „Messdaten hinzufügen…“ wählen. Mit ZMA rechnet die Simulation mit der echten Last statt mit einem Nennwiderstand – Tiefpass-Spule, Saugkreis und Zobel wirken dann so wie im Lautsprecher.
Warum die Impedanz für die Weiche zählt
Passive Filter sind für eine Lastimpedanz berechnet. Steigt die Impedanz eines Tieftöners oberhalb von 1 kHz auf das Doppelte, verschiebt sich die Trennfrequenz eines Tiefpasses deutlich nach oben – die Formel mit 8 Ω liegt dann daneben. Genau dafür gibt es Zobel-Glied und Saugkreis, und genau das zeigt eine Simulation mit ZMA.
Die Systemimpedanz (was der Verstärker sieht) ergibt sich erst aus Weiche und Chassis zusammen. Mit ZMA-Dateien aller Wege berechnet Crover sie mit, samt Minimum – wichtig für Röhren- und Class-D-Verstärker.
Weiter in Crover
Wie Crover FRD- und ZMA-Dateien liest und was der Import prüft, steht im Handbuch: Dateiformate und Import.