Anleitung
FRD- und ZMA-Dateien erzeugen – mit REW, ARTA oder ATB
Für eine Weichensimulation brauchst du von jedem Chassis zwei Messungen: den Frequenzgang (FRD) und die Impedanz (ZMA). Beide sind einfache Textdateien, die jedes gängige Messprogramm schreibt. Hier steht, worauf es beim Messen ankommt und wo die Programme den Export haben.
Was in den Dateien steht
Eine Zeile pro Frequenz: Frequenz in Hz, dann der Wert (FRD: Schalldruck in dB, ZMA: Impedanz in Ω), dann optional die Phase in Grad. Kommentarzeilen beginnen je nach Programm mit *, #, ; oder !.
Die Dateiendung ist nur ein Hinweis: .frd, .zma und .txt enthalten dasselbe Format. Crover erkennt am Inhalt, ob eine Datei eher nach Impedanz aussieht, und warnt bei vertauschten Dateien.
* Freq(Hz) SPL(dB) Phase(deg)
200.0 86.41 -12.7
211.9 86.52 -14.1
…Worauf es beim Messen ankommt
- Im fertigen Gehäuse messen: Schallwand, Einbauort und Kanten (Baffle-Step, Beugung) prägen den Frequenzgang; das Gehäusevolumen die Impedanz.
- Für den Frequenzgang ein Fenster (Gate) setzen, damit Raumreflexionen herausfallen. Unterhalb von einigen hundert Hertz reicht das Fenster nicht; dort ergänzt man üblicherweise eine Nahfeldmessung – oder man akzeptiert, dass die Simulation im Bass ungenauer ist.
- Alle Chassis einer Box mit derselben Mikrofonposition und derselben Zeitreferenz messen, wenn die gemessene Phase die Laufzeitunterschiede enthalten soll. Sonst die Phase aus dem Betrag ableiten lassen und den akustischen Offset von Hand eintragen.
- Gleiche Messspannung für alle Wege (z. B. 2,83 V) und Pegel in dB SPL – dann stimmen die Verhältnisse zwischen Tief- und Hochtöner.
REW (Room EQ Wizard)
Frequenzgang und Impedanz misst REW im selben Messfenster („SPL“ bzw. „Impedance“). Den Export macht „File → Export → Export measurement as text“; die Datei hat Frequenz, Wert und Phase. Fürs FRD vorher das Fenster (IR Windows) setzen, damit der exportierte Frequenzgang gegatet ist.
Die Impedanzmessung mit REW Schritt für Schritt
ARTA und LIMP
ARTA misst den Frequenzgang aus der Impulsantwort; nach dem Setzen des Fensters exportierst du ihn über das File-Menü (Export) als Textdatei im FRD-Format. Die Impedanz misst das Schwesterprogramm LIMP, das ZMA-Dateien direkt speichern und exportieren kann. Die genauen Menüs stehen in den Handbüchern von ARTA und LIMP.
ATB precision
Auch ATB precision misst Frequenzgang und Impedanz und exportiert beide als Textdateien. Wie der Export in deiner Version heißt, steht im ATB-Handbuch; entscheidend ist nur das Ergebnis: Frequenz, Wert und Phase in Spalten.
Kurz prüfen, bevor du simulierst
- Frequenzbereich: Deckt die Datei den Bereich ab, in dem das Chassis spielt – samt einer Oktave Reserve um die Trennfrequenz?
- Pegel: Liegen die Kurven von Tief- und Hochtöner in einer plausiblen Höhe zueinander?
- Impedanz: Liegt das Minimum oberhalb der Resonanz ungefähr bei Re (Gleichstromwiderstand)? Deutlich höher heißt oft: Messwiderstand falsch eingetragen oder Eingänge vertauscht.
So liest Crover die Dateien: Dateiformate und Import im Handbuch. Gemessene oder abgeleitete Phase – was sich ändert: Phase im Handbuch. Warum die Schallwand den Frequenzgang formt: Baffle-Step erklärt.